Dragon
Tagebuch


In dieser netten Rubrik werde ich in Zukunft, sofern es meine Zeit erlaubt, die eine oder andere Geschichte aus meiner Feder präsentieren. Interessierte, die zufällig einem Verlag angehören, mögen sich bitte bei mir melden





Alles nur aus Angst



Dann eben nicht! brüllte er und schlug die Tür hinter sich zu.
Verstört blieb sie zurück und hüllte sich in die Decke.
Sie schaukelte leicht vor und zurück.
Im nächsten Moment ging die Tür wieder auf.
Schweigend ging er an ihr vorbei und legte sich aufs Bett.
Sie blieb auf dem Boden.
Wie ein Tier kauerte sie da, die Knie angezogen und die Decke um den nervös zitternden Körper geschlungen.


Komm her. sagte er.
Ich will nicht. antwortete sie ängstlich.
Meinst du nicht, es wäre an der Zeit, dass du auch MAL was für mich tust? er wurde wieder lauter.
Schließlich bin ich derjenige, der hier alles bezahlt!
Sie verharrte auf dem Boden.
Die Decke zog sie noch fester um sich.
Plötzlich stand er bei ihr.
Komm jetzt bitte schlafen. befahl er.
Nein. ihre Stimmer zitterte.
Er packte sie am Arm und zog sie hoch.
Noch immer in die Decke gehüllt stand sie zitternd vor ihm.
Die Angst stach aus ihren großen, traurigen Augen.Gewaltsam warf er sie aufs Bett.
Abwehrend hielt sie die Hände vors Gesicht.
Er schlug.
Einmal.
Zweimal.
Dreimal.
Sie weinte.
Plötzlich hielt er inne.
Zitternd, nackt und ohne den Hauch einer Chance gegen ihn lag sie auf dem Bett.
Die Hände noch immer vor dem Gesicht.
Die Knie hatte sie angezogen.
Verzweifelt hatte sie versucht, nach ihm zu treten.
Ohne Wirkung.


Es tut mir Leid. sagte er.
Seine Stimme war tränenerstickt.
Beschämt und verletzt drehte sie sich zur Wand.
Er legte sich hinter sie.
Dann fing er an, sie zu streicheln.Fast zärtlich zuerst, dann fordernd.
Sie rückte näher an die kalte Wand.
Er hinterher.
Er hielt sie fest.
Sie ließ es geschehen.
Langsam begann er, ihren Nacken zu küssen.
Ihr schauderte.
Doch nicht etwa vor Erregung.
Viel mehr vor Angst.
Sie wusste, dass er es dennoch versuchen würde.
Jede seiner Berührungen ließ sie verkrampfen.
Zwecklos versuchte sie, seinen Händen zu entgleiten.
Lass mich, bitte. flüterte sie gepresst.
Schatz, sagte er - sie hasste es, wenn er das sagte. Ich liebe dich. Und es tut mir Leid. Ich wollte doch nicht, dass es so weit kommt. Es tut mir Leid...
Bitte lass mich, ich bin müde. Bat sie.
Wieder umfasste er sie.
Dieses Mal nicht! war ihr Gedanke.
Mit einem heftigen Ruck schlug sie seinen Arm weg.
Und traf mit ihrem Ellbogen seine Nase.
Einen Moment später rann schon Blut aus eben Jener.
Wild blickte er sie an.
Als hätte sie davon nicht schon genug, kroch eine weitere Welle der Angst in ihr empor.
Sein Blick verhieß nichts Gutes.
Sie musste es wissen, schließlich hatte sie die letzten anderthalb Jahre mit diesem Monster verbracht.
Am Anfang waren es noch schöne Tage, die sie mit ihm verlebte.
Die ersten zwei Monate vielleicht.
Er war aufmerksam gewesen.
Zärtlich.
Liebevoll, sogar aufopfernd.
Er hatte ihr jeden Wunsch erfüllt, den sie äußerte.
Sie hat das nie gewollt. Deswegen hatte sie auch kaum einen Wunsch geäußert.
Doch mit der Zeit war er anders geworden.
Zwar hatte er sie noch immer oft zum Essen eingeladen, um nicht zu sagen er tat es noch öfter als vorher, doch immer öfter zwang er ihr auf, zu essen.
Auch dann, wenn sie nicht hungrig war.
Du musst essen. hatte er immer wieder gesagt. Nicht, dass du mir abmagerst.
Sie wollte ihm den Gefallen tun.
Ihm zuliebe nahm sie etwas zu sich.
Je mehr Zeit verstrich, desto öfter schwatzte er ihr etwas zu Essen auf.
Es leiß nicht lange auf sich warten, da zwang er sie mit ähnlichen Argumenten zum Sex.
Ich liebe dich. hatte er immer wieder gesagt. Du liebst mich doch auch? hatter er immer wieder gefragt.
Ja, natürlich. war immer wieder ihre Antwort.
Dann komm her. hatter er gesagt.


Es hatte wehgetan.
Jedes Mal, wenn er in sie eindrang.
Gegen ihren Willen.
Ohne Rücksicht auf ihre Schmerzen hatte er weitergemacht.
Er hatte seinen Penis in ihren Anus gerammt.
Sie hatte geweint.
Und es hatte ihn nicht interessiert.


Genau so wie jetzt.
Ängstlich schaute sie in seine funkelnden Augen.
Blut rann über seine Lippen.
Langsam, unendlich langsam kroch sie zum Fußende des Bettes.
Flucht.
Das war ihr einziger Gedanke.
Rückwärts krauchte sie aus dem Bett, seine Augen immer direkt vor ihrem Gesicht.
Angst beherrschte ihr Handeln.
Wie ein Tier stürzte er sich auf sie.
Er schlug sie.
Ins Gesicht, in den Magen, egal wohin.
Wieder versuchte sie, sich mit den Händen zu schützen.
Wieder trat sie nach ihm.
Gewaltsam presste er ihre Beine auseinander und drang direkt hart in sie ein.
Sie biss sich auf die Lippen, um den Schrei in ihrer Kehle zu unterdrücken.
Bald schon spürte sie den Schmerz nicht mehr.
Resigniert und mit leerem Blick ließ sie ihn sich in ihr austoben.
Als er endlich von ihr abließ, lag sie nur noch da.
Reglos.
Leer.
Ohne ein Gefühl von Schmerz, Trauer oder Verletztheit.
Blicklos starrte sie in seine Augen.
Ohne ein Wort.
Sie ging an ihm vorbei, legte sich aufs Bett und zog die Decke über ihren nackten Körper.
Sie starrte an die Decke.
Reglos lag sie auf dem Rücken und wartete.
Er folgte ihr mit Tränen in den Augen.
Es tut mir Leid, Schatz. wimmerte er.
Sie sagte nichts.
Schatz... flüsterte er tränenerstickt.
Es ist okay. sagte sie und drehte sich zur Wand.
Er rüttelte sie. Verzeih mir bitte! flehte er.
Es ist okay. wiederholte sie tonlos.
Wieder umfasste er sie und legte seinen Kopf an ihren Rücken.
Bald schon war er eingeschlafen.
Tränen stiegen ihr in die Augen.
Leise weinte sie den aufgestauten Schmerz aus sich heraus.
Er schlief ruhig hinter ihr.
Spürte nicht, wie das unterdrückte Schluchzen ihren fett gewordenen Körper erschütterte.
Stundenlang lag sie noch wach und weinte.
Als sie endlich einschlief, hatte sie keine Tränen mehr.


Am nächsten Morgen erwachte er vor ihr.
Er strich mit den Fingern über ihre Schulter.
Sie registrierte es und tat, als ob sie weiter fest schlief.
Wenn er doch bloß aufhörte!
Er hörte nicht auf.
Sie drehte sich rum und schaute ihn mit verwuollenen Augen an.
Bring mich nitte nach Hause. sagte sie ruhig.
Aber wieso? fragte er überrascht. Wir haben doch noch den ganzen Tag für uns, ich wollte mit dir essen gehen.
Er lächelte fast zärtlich auf sie herab.
Ich möchte nicht essen. sagte sie und drehte sich wieder weg.
Sie konnte seinen Anblick nicht ertragen.
Jedes Mal tat er so, als wäre nichts geschehen.
Jedes Wochenende das gleiche Spiel.
Ich werde dich verlassen. sagte sie mit fester Stimme.
Dass sie sich das traute!
Sie hätte es besser gelassen.
Wieder einmal wurde er cholerisch.
Wenn du das tust, bring ich dich um! schrie er.
Sie glaubte ihm.
In diesem Zustand traute sie ihm alles zu.
Also entschuldigte sie sich brav.
Wieder wollte er Sex.
Sie nicht.
Nicht mit ihm.
Ihm war es egal.
Wieder ließ sie es über sich ergehen.
Regungslos ließ sie ihn gewähren.
Es machte nichts mehr, dass er sie missbrauchte.
Dass er seine pelzige Zunge in ihren Hals steckte.


Eines hatte sie inzwischen verstanden: solange sie tat, was er von ihr verlangte, würde er nicht ganz so grob sein.
Pflichtbewusst ließ sie es zu, dass er ihre Kontakte abbrach, die sie mühevoll versucht hatte, aufrecht zu erhalten.
Pflichtbewusst ließ sie sich penetrieren, ob nun oral, vaginal oder anal.
Sie spürte den Schmerz nicht mehr.
Zu sehr hatten seine Schläge sie abgestumpft.
Oft genug hatte sie versucht, seiner brutalen Penetration zu entgehen.
Sei es durch gespielte Ohnmacht, die ihn verzweifelt an ihr rütteln ließ, oder durch sarkastisch gemeinte Aufmunterung, die ihn sogar manchmal zu einem Ansatz des Denkens anstießen.
Einmal hatte sie sogar versucht, nachts fortzulaufen.
Doch noch bevor sie irgendwen hätte anrufen können, hatte er sie bereits eingeholt.
Wutentbrannt.
Suizid kam für sie nicht in Frage.
Das hatte in ihrer Pubertät schon nicht funktioniert.


An dei Decke starrend wartete sie darauf, dass er fertig wurde.
Blicklos stand sie auf und zog sich an.
Bring mich bitte jetzt nach Hause. murmelte sie tonlos.
Du wirst bei mir bleiben! herrschte er sie an.
Am Wochenende gehörst du ganz allein mir!
Sie senkte den Kopf.
Dann lass mich bitte spazieren gehen. bat sie.
Alleine? argwöhnte er.
Ja sicher, ich kenn doch hier keinen außer dir. gab sie zurück
Dann sieh zu, dass du schnell wieder da bist.
Sie nickte.
Kaum aus dem Haus und außerhalb seiner SIchtweite, suchte sie fieberhaft nach einer Telefonzelle.
Dort angekommen, wählte sie die Nummer ihrer Eltern.
Keiner zu Hause.
Als sie aus der Telefonzelle herauskam, hoffnungslos und verzweifelt, stand er vor ihr.
Mit einem irren Blick in den Augen.
Starr vor Schreck schaute sie ihn an.
Die Straßen waren menschenleer.
Niemand, der ihr hätte helfen können, als er sie brutal am Arm packte und hinter sich herzerrte.
Sie wagte nicht, zu schreien.
Gelähmt vor Angst kannte ihr Gehirn nur einen Befehl: Gehorsam.
Sie ließ sich von ihm ziehen.

Erneut lieh sie ihm ihren Körper, um sich auszutoben.
Wieder schwieg sie.
Wieder spürte sie den Schmerz nicht.
Würde sie jemals aus dieser Beziehung herauskommen?
Könnte sie wieder dieselbe sein?
Wohl nicht.

Wieder kam er angekrochen.
Wieder machte sie die Beine breit.
Aus Angst, dass er sie schlug.
Aus Angst, dass er sie eines Tages umbrachte.
Sie konnte ihn nicht verlassen.
Alles nur aus Angst vor ihm.




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